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Bloggen – auf die Plätze, fertig, … halt!

Die ersten Artikel sollen Sie erst einmal auf das Thema Bloggen einstimmen. Die wichtigste Frage: bringen Sie das mentale Rüstzeug mit, um überhaupt erfolgreich zu bloggen? Diese Frage ist keinesfalls herablassend gemeint und soll Sie schon gar nicht davon abhalten, mit dem Bloggen zu beginnen.

Doch ich selbst habe die Erfahrung gemacht wie es ist, wenn ich etwas mit viel Euphorie und Herzblut beginne und mich dann schnell enttäuscht sehe. Die Frage der inneren Einstellung gerade zu Beginn eines solchen Projektes ist meiner Meinung nach ausschlaggebend. Es gibt vielleicht nicht DIE richtige innere Haltung. Aber Sie sollten für sich einige Dinge vor dem Bloggen abklären. Dies ist entscheidend, obwohl Sie vielleicht am liebsten sofort loslegen möchten.

Ich finde, die Krux mit dem Bloggen liegt zu Beginn vor allem darin: ein Blogsystem ist schnell aufgesetzt. Sie nehmen sich einen passenden Webspace Provider, laden sich die Blogsoftware hoch, machen einige wenige Einstellungen und haben bereits ein fertig funktionales System. Sie sehen, dass es ein Frontend gibt, also das, was die Besucher zu sehen bekommen und ein Dashboard, in das Sie sich einloggen, in dem Sie Einstellungen anpassen und Ihre Artikel schreiben können.

Sie machen 3 oder 4 Klicks und Ihr Blogsystem erhält ein gänzlich anderes, tolles Aussehen, ohne dass der Text in irgendeiner Weise beeinträchtigt worden wäre. Ein erster Versuch zeigt, dass der integrierte Editor (wysiwyg – what you see is what you get) mindestens genau so einfach zu bedienen ist, wie Ihr gewohntes Word. Das ist prima. Sie können im Prinzip sofort anfangen. Ein tolles, abwechslungs- und kontaktreiches Leben liegt vor Ihnen, in dem Sie all das Mitteilen können, was Ihnen ohnehin schon dauernd auf der Zunge lag. Und Sie werden automatisch auf lauter Gleichgesinnte treffen, die sich mit Ihnen austauschen möchten. Das Leben kann so einfach sein!

Ich rate Ihnen: geben Sie sich diesem Rausch nicht vorbehaltlos hin! Ihre Hoffnungen und Träume sind zu wichtig, um sie vorschnell in eine Sackgasse manövrieren zu lassen. All das oben genannte werden Sie bekommen, aber bitte geben Sie sich am Anfang ein bisschen mehr Mühe und stimmen Sie sich auf einige wenige, etwas unbequeme Fragen ein.

Das Problem ist nämlich folgendes:

Besucher auf Blogs pro Tag

Quelle: http://sw-guide.de/ (Originalquelle aus http://blogscout.de/),
Stand: 1. Dez. 2010

Die Zahlen sind möglicherweise nicht repräsentativ, mögen hier aber als Beispiel genügen. In Deutschland gibt es rund 200.000 Blogs. Laut der Darstellung haben 62 % der Blogs maximal bis zu 100 Besucher am Tag. Das heißt tatsächlich haben viele sogar deutlich weniger als 100 Besucher. 14 % haben bis zu 200 Besucher am Tag, 13 % bis zu 500, usw.

Schön wäre es, wenn man tatsächlich über 1000 Besucher am Tag bekäme, aber je nach Zielsetzung wären für einen erfolgreichen Blog 200 – 500 Besucher ein erstrebenswertes und realistisches Ziel. Das schaffen aber gerade mal 24 % aller deutschen Blogs. Beispiele: Sie möchten mit Ihrem Blog zusätzliche Kunden für Ihr Offline-Geschäft bekommen. Sie brauchen … genügend Besucher (und zwar nicht irgendwelche Besucher, sondern solche, die als potentielle Kunden in Betracht kommen). Sie möchten vielleicht bestehende Kunden näher an Ihr Unternehmen binden. Auch hier benötigen Sie … genügend Besucher. Wenn Ihre Kunden den Blog nicht kennen verpufft jede Werbewirkung.

Wie bekommen Sie eine ausreichende Anzahl der richtigen Besucher? Das wird noch ausführlich behandelt. Zunächst sollte Ihnen aber klar sein, dass einiges an Arbeit auf Sie zukommt. Und natürlich benötigen Sie auch Zeit. Das ist gerade für Selbständige oft sehr hart. Ich will Ihnen hier nichts vermiesen. Im Gegenteil. Aber es nützt Ihnen nichts, wenn Sie diese Tatsache ignorieren.

Sie werden aber viel dafür bekommen. Sehr viel. Sie werden Kunden bekommen, Interessenten, Kontakte zu Gleichgesinnten. Und wenn Sie die ersten Monate einer Durststrecke überwunden haben, werden Sie sehen, dass es sich gelohnt hat. Wenn Sie ein kleines Unternehmen besitzen werden Sie eine Werbemöglichkeit finden, die Ihnen zwar einiges an Arbeit abverlangt aber so gut wie nichts kostet. Und Sie werden nicht zuletzt sehr viel Spaß haben. Sind Sie dazu bereit?

  • Haben Sie genug Ausdauer, wöchentlich mindestens 2 – 3 inhaltlich gute Artikel zu schreiben?
  • Können Sie es auch zeitlich aufbringen, zusätzlich dafür zu sorgen, dass diese Artikel im Internet bekannt werden?
  • Habe Sie die Kraft auch dann am Ball zu bleiben, wenn dabei die ersten 6 Monate noch nicht so viel dabei herum kommt?

Meine Empfehlung: kalkulieren Sie pro Woche mindestens drei bis sechs Stunden für Ihren Blog (in der Anfangszeit etwas mehr), machen Sie ihn als Unternehmer zur Chefsache und sehen Sie ihn als Teil der Außenpräsentation Ihres Betriebs. Wenn Ihre aktuellen Artikel noch nicht so viele Besucher auf die Webseite ziehen obwohl sie inhaltlich gut sind, denken Sie daran, dass diese später für viele Klicks sorgen werden. Diese Erfahrung haben gute Blogs immer wieder gemacht.

Nach so viel Ungemach möchte ich Ihnen noch einen kleinen Motivator mit auf den Weg geben. Seth Godin und Tom Peters äußern sich zum Thema bloggen (englischsprachig). Sie werden sehen, dass sich die ganze Sache trotz allem lohnt: