Blog, Homepage, Facebook Profil – Ich will ins Internet

Manch ein Kleinunternehmer überlegt erst jetzt, mit einem Auftritt im Internet zu starten. Online Erreichbarkeit, ein zusätzlicher Werbekanal, ein bestimmter Hang zum Hype sind Gründe, die häufig genannt werden. Also dann? Beginnen wir.

Blog weltweit
Foto: Thorben Wengert  / pixelio.de

Aber mit was? Mit einem reinen Blog? Ein Firmen-Facebookprofil? Oder doch nur die olle Homepage?
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Was ist ein Blog?

Was ist ein Blog? Welche Bestandteile hat ein Blog? So allmählich wird es Zeit, kurz zu zeigen, von was wir hier eigentlich reden. Viele können sich unter einem Blog oder Weblog überhaupt nichts vorstellen. In diesem kurzen Video werden die groben Bestandteile eines WordPress Blogs skizziert und anschaulich gemacht. Die Frage 'Was ist ein Blog?' wird hier auf einer ganz einfachen Ebene beantwortet. 

Da dieses Video mein Erstlingswerk hier in diesem Blog ist, möge man mir (noch) die fehlende Professionalität verzeihen.

Zeitmanagement

Dass Sie als Selbständiger Zeit für Ihre Blogtätigkeit freischaufeln müssen habe ich bereits gezeigt. Viele von uns haben gut und gerne eine sechzig bis achtzig Stunden Woche, manche sogar mehr. Ist es wirklich notwendig, sich jetzt noch mal etwas aufzuladen und die Familie zu Hause weiter zu vernachlässigen? Zum Teil ja – wenn Sie den erhofften Erfolg möchten. Sie sollten drei bis sechs Stunden wöchentlich für Ihren Blog einplanen. Damit Ihre Freizeit nicht absolut zu kurz kommt, haben Sie nur die Möglichkeit durch entsprechendes Zeitmanagement Ihre Arbeitszeit effizienter zu gestalten. 

Ich selbst habe mich in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Zeitmanagement-Techniken beschäftigt und wende einige von ihnen bis heute erfolgreich an. Ich zeige Ihnen jetzt eine der Techniken, die alleine schon das Potential hat, Ihnen die erforderlichen drei bis sechs Stunden pro Woche zu schenken. Weitere werden noch folgen. Diese hier kann Ihnen helfen die erforderliche Zeit für Ihr Blogprojekt zu gewinnen ohne dass Sie böse Blicke von Ihrem Partner ernten. 

Ich beziehe mich auf diverse Quellen zum Thema, bspw. http://www.christianeeichenberg.de/zeitmanagement22.10.05.ppt (Stand: 11. Dez. 2010). Es ist nun für ein gutes Zeitmanagement notwendig, dass Sie Ihren Tagesablauf als Unternehmer genauer betrachten. Sie führen im Laufe des Tages unterschiedliche Tätigkeiten durch. Manche von diesen sind festgeschrieben, meinetwegen haben Sie immer montags von 8 bis 16 Uhr Präsenzdienst in Ihrem Verkaufsladen. Da dann ständig Kunden da sind, an die Sie Ihre Waren verkaufen, können Sie hier zunächst nicht viel ändern. Dann haben Sie aber auch Arbeiten, die zeitlich recht ungebunden sind, bspw. Telefonate, Geschäftstreffen, Buchhaltung, strategische Planung, usw. Vor allem hier müssen Sie ansetzen, was geändert werden kann, kann in der Regel auch optimiert werden.

Nun sollten Sie sich eine Liste zusammenstellen, wie Sie Ihren Arbeitstag in der Regel verbringen. Wenn Ihre Arbeitstage im Laufe der Woche recht unterschiedlich aussehen sind eventuell auch mehrere Tageslisten sinnvoll, z.B. sechs Tageslisten für jeden Wochentag eine. Das hört sich alles recht aufwändig an, aber glauben Sie mir, das machen Sie alles einmal und sie profitieren davon vielleicht über Jahre.

Die Liste kann dann bspw. so aussehen wie in der Grafik (die blanko Tabellen können Sie am Ende des Artikels downloaden und ausdrucken).

Tagesablauf

 

Nun gewichten Sie Ihre Tätigkeiten nach Dringlichkeit und Wichtigkeit. Einige Tätigkeiten sind dringlich. Sie haben eine Deadline. Am 17.5.2011 müssen Sie einem potentiellen Kunden Ihre Vorschläge für ein Projekt präsentieren. Die damit verbundenen Tätigkeiten sind dringlich, lassen Sie den Termin verstreichen, haben Sie danach in der Regel keine Gelegenheit mehr, den Kunden für sich zu gewinnen. Das ganze muss aber nicht zwangsläufig wichtig sein. Denn vielleicht winkt hier sowieso nur ein Auftrag, der für Sie kaum rentabel ist oder der andere Nachteile hat. Möglicherweise haben Sie gerade ohnehin mit wesentlich attraktiveren Aufträgen zu tun. Das soll nur ein Beispiel sein.

Wichtig ist, dass Sie all Ihre Tätigkeiten aus der Tagesablauf-Tabelle in die Tabelle "Quadrant der Qualität" eintragen. Sind Tätigkeiten dringlich und wichtig zugleich, kommen sie in das Feld oben links. Sind sie nur wichtig, aber nicht dringlich, kommen sie nach unten links, usw.

Quadrant der Qualität
 
Ist Ihre Tabelle fertig, arbeiten sie Ihre Tätigkeiten nacheinander ab. Und zwar beginnen sie mit denen, die wichtig und dringlich zugleich sind. Danach kommen die Tätigkeiten, die ausschließlich wichtig oder dringlich sind. Mit welchen Sie hier beginnen, müssen Sie im Einzelfall entscheiden.   
 
Und die Tätigkeiten, die weder wichtig noch dringlich sind? Diese streichen Sie ersatzlos!!! Glauben Sie mir, ich war zunächst schockiert, als ich das zum ersten Mal gelesen habe. Aber es funktioniert. Und: Sie sparen eine Menge Zeit, sind aber trotzdem mindestens ebenso produktiv. Zeit, die Sie ab heute für Ihr neues Blogprojekt verwenden können …
 
Links zum Thema Zeitmanagement
 
Download der blanko Tabellen

Klassifizierung von Blogs

Ich möchte an dieser Stelle eine Klassifizierung der Weblogs vornehmen, um einen kleinen Überblick über die Materie zu erhalten. Einen Anspruch auf Vollständigkeit liegt mir fern, vielmehr versuche ich eine grobe und handhabbare Struktur in die Materie "Blogs" zu bekommen. 
 
 
Für diejenigen, die noch überhaupt nicht wissen, was sie sich unter einem Blog vorstellen müssen, hier ganz kurz: Was ist ein Weblog? Ein Weblog/Blog ist ein Online-Journal. Sie können sich auf einer bestimmten Internetseite einloggen und dort kurze Artikel eingeben. Inhaltlich bewegen sich diese Artikel zwischen Information, Stellungnahme und persönlicher Meinung. Auf Ihrer eigentlichen Webseite werden diese Artikel dann in umgekehrter chronologischer Reihenfolge veröffentlicht, die aktuellsten erscheinen also ganz oben, die älteren dann weiter unten. So wie eben auch in diesem Blog.
 
Sprechen wir über Blogs, begegnet uns über kurz oder lang der Begriff der Blogosphäre als Ausdruck der Gesamtheit aller Weblogs und ihrer Verbindungen untereinander. Dies geschieht technisch über – vereinfacht gesagt – gegenseitige Verlinkungen, sogenannte Pingbacks und Trackbacks (auf diese Begriffe komme ich in späteren Artikeln zu sprechen) sowie dafür spezialisierter Webseiten (bspw. Technorati). Inhaltlich sind damit eine Vielzahl von Communities zu einer Gesamt-Community zusammengeschlossen. 
 
Die Beziehungen untereinander sind durchaus nicht immer unproblematisch, wollen doch die sehr bekannten und seit Jahren etablierten Blogger häufig nichts mit den zahlreichen "Häkeln- und Tokio Hotel-Blogs"  zu tun haben. Sie sollten bei Ihren ersten Schritten, Kontakt mit anderen Blogs aufzunehmen daher mit einem gewissen Feingefühl vorgehen. Wenn Sie anfangen zu Bloggen wird es Ihnen bspw. nicht gelingen, einen Linktausch (gegenseitige Verlinkung) zu initiieren mit einem Blog, der schon seit Jahren etabliert ist und 10.000 Besucher im Monat auf sich zieht. Ebenso wenig wird unauthentische Kommunikation geschätzt, die aus einer bloßen Aneinanderreihung von Werbebotschaften besteht (geeignete Bloginhalte werden später behandelt). Ein Interview zu diesem Thema mit Dr. Jan Schmidt finden Sie bei politik-digital.de (siehe: Für die Mehrzahl wird Bloggen ein Hobby bleiben, Stand 05.12.2010). 
 
Für mich ist vor allem folgende Unterscheidung für eine Klassifizierung der Weblogs maßgebend:
  1. Private Blogs, die zum Beispiel ein privates Hobby zum Gegenstand haben, wie Angeln, Klettern, Fanblogs, Stricken, Kleintierzucht, usw.
  2. Freiberuflich orientierte Blogs, weiter unterteilbar in
    1. Blogs von freiberuflich Tätigen, die ihren Blog beispielsweise für ihr Personal Branding oder zur direkten Kundenakquise nutzen
    2. Blogs von Autoren, die sich mit ihrem Blog freiberuflich betätigen und bspw. von den Werbeeinnahmen leben, die der Blog generiert.
  3. Corporate- oder Unternehmensblogs von (hier) kleinen Unternehmen, die sich mit ihrem Blog frische Marketingimpulse versprechen
  4. Blogs von nichtkommerziellen Körperschaften
Meine Artikel beziehen sich somit in der Hauptsache auf die unter Punkt 3 und Punkt 2.1 genannten Blogs.
 
Einen etwas anderen Schwerpunkt setzt die Leipziger Blogstudie 2007 (zitiert nach http://www.einfach-persoenlich.de, Stand: 5.12.2010).
 
Diese unterscheidet vor dem Hintergrund Ihrer Untersuchung folgende Blogtypen für eine Klassifizierung:
  • Corporate Blogs
  • Private Blogs
  • Journalistische Blogs
  • Medienblogs
  • Fachblogs
Interessant bei den Ergebnissen dieser Studie ist das nachgewiesene hohe Maß an Vertrauen, das Leser Blogs prinzipiell entgegenbringen. Auch Corporate Blogs genießen dann ein hohes Maß an Vertrauen, wenn es den Autoren gelingt, authentisch zu sein und wertvolle Zusatzinformationen zu bieten. 
 
Blogs - Arten
Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de
 
Zum Abschluss will ich noch einige Blogklassen aufführen, die von Wikipedia genannt werden (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Blog, Stand: 5.12.2010), weil hier die ganze Vielfalt der Blogosphäre zum Ausdruck kommt:
 
Artblogs (mit künstlerischen Themen), Berufsblogs, Blogromane (mit Romantexten), Edublogs (Themenschwerpunkt Erziehung), Fashionblogs (Design, Mode), Funblogs, Joblogs, Krimiblogs, Metablogs (Sammlungen von Beiträgen anderer Blogs, helfen der Informationsflut im Internet entgegenzuwirken), Tumblelogs (Bilder, Aufsätze und Zitate werden veröffentlicht, die dem Autor beim Surfen im Internet aufgefallen sind), Watchblogs (einzelne Unternehmen werden kritisch begleitet, meist aus Verbrauchersicht, bspw. Bildblog.de), Reiseblogs, Placeblogs (Berichte aus einzelnen Regionen, Orten, Stadtteilen, wie bspw. http://www.pottblog.de/).

Bloggen – auf die Plätze, fertig, … halt!

Die ersten Artikel sollen Sie erst einmal auf das Thema Bloggen einstimmen. Die wichtigste Frage: bringen Sie das mentale Rüstzeug mit, um überhaupt erfolgreich zu bloggen? Diese Frage ist keinesfalls herablassend gemeint und soll Sie schon gar nicht davon abhalten, mit dem Bloggen zu beginnen.

Doch ich selbst habe die Erfahrung gemacht wie es ist, wenn ich etwas mit viel Euphorie und Herzblut beginne und mich dann schnell enttäuscht sehe. Die Frage der inneren Einstellung gerade zu Beginn eines solchen Projektes ist meiner Meinung nach ausschlaggebend. Es gibt vielleicht nicht DIE richtige innere Haltung. Aber Sie sollten für sich einige Dinge vor dem Bloggen abklären. Dies ist entscheidend, obwohl Sie vielleicht am liebsten sofort loslegen möchten.

Ich finde, die Krux mit dem Bloggen liegt zu Beginn vor allem darin: ein Blogsystem ist schnell aufgesetzt. Sie nehmen sich einen passenden Webspace Provider, laden sich die Blogsoftware hoch, machen einige wenige Einstellungen und haben bereits ein fertig funktionales System. Sie sehen, dass es ein Frontend gibt, also das, was die Besucher zu sehen bekommen und ein Dashboard, in das Sie sich einloggen, in dem Sie Einstellungen anpassen und Ihre Artikel schreiben können.

Sie machen 3 oder 4 Klicks und Ihr Blogsystem erhält ein gänzlich anderes, tolles Aussehen, ohne dass der Text in irgendeiner Weise beeinträchtigt worden wäre. Ein erster Versuch zeigt, dass der integrierte Editor (wysiwyg – what you see is what you get) mindestens genau so einfach zu bedienen ist, wie Ihr gewohntes Word. Das ist prima. Sie können im Prinzip sofort anfangen. Ein tolles, abwechslungs- und kontaktreiches Leben liegt vor Ihnen, in dem Sie all das Mitteilen können, was Ihnen ohnehin schon dauernd auf der Zunge lag. Und Sie werden automatisch auf lauter Gleichgesinnte treffen, die sich mit Ihnen austauschen möchten. Das Leben kann so einfach sein!

Ich rate Ihnen: geben Sie sich diesem Rausch nicht vorbehaltlos hin! Ihre Hoffnungen und Träume sind zu wichtig, um sie vorschnell in eine Sackgasse manövrieren zu lassen. All das oben genannte werden Sie bekommen, aber bitte geben Sie sich am Anfang ein bisschen mehr Mühe und stimmen Sie sich auf einige wenige, etwas unbequeme Fragen ein.

Das Problem ist nämlich folgendes:

Besucher auf Blogs pro Tag

Quelle: http://sw-guide.de/ (Originalquelle aus http://blogscout.de/),
Stand: 1. Dez. 2010

Die Zahlen sind möglicherweise nicht repräsentativ, mögen hier aber als Beispiel genügen. In Deutschland gibt es rund 200.000 Blogs. Laut der Darstellung haben 62 % der Blogs maximal bis zu 100 Besucher am Tag. Das heißt tatsächlich haben viele sogar deutlich weniger als 100 Besucher. 14 % haben bis zu 200 Besucher am Tag, 13 % bis zu 500, usw.

Schön wäre es, wenn man tatsächlich über 1000 Besucher am Tag bekäme, aber je nach Zielsetzung wären für einen erfolgreichen Blog 200 – 500 Besucher ein erstrebenswertes und realistisches Ziel. Das schaffen aber gerade mal 24 % aller deutschen Blogs. Beispiele: Sie möchten mit Ihrem Blog zusätzliche Kunden für Ihr Offline-Geschäft bekommen. Sie brauchen … genügend Besucher (und zwar nicht irgendwelche Besucher, sondern solche, die als potentielle Kunden in Betracht kommen). Sie möchten vielleicht bestehende Kunden näher an Ihr Unternehmen binden. Auch hier benötigen Sie … genügend Besucher. Wenn Ihre Kunden den Blog nicht kennen verpufft jede Werbewirkung.

Wie bekommen Sie eine ausreichende Anzahl der richtigen Besucher? Das wird noch ausführlich behandelt. Zunächst sollte Ihnen aber klar sein, dass einiges an Arbeit auf Sie zukommt. Und natürlich benötigen Sie auch Zeit. Das ist gerade für Selbständige oft sehr hart. Ich will Ihnen hier nichts vermiesen. Im Gegenteil. Aber es nützt Ihnen nichts, wenn Sie diese Tatsache ignorieren.

Sie werden aber viel dafür bekommen. Sehr viel. Sie werden Kunden bekommen, Interessenten, Kontakte zu Gleichgesinnten. Und wenn Sie die ersten Monate einer Durststrecke überwunden haben, werden Sie sehen, dass es sich gelohnt hat. Wenn Sie ein kleines Unternehmen besitzen werden Sie eine Werbemöglichkeit finden, die Ihnen zwar einiges an Arbeit abverlangt aber so gut wie nichts kostet. Und Sie werden nicht zuletzt sehr viel Spaß haben. Sind Sie dazu bereit?

  • Haben Sie genug Ausdauer, wöchentlich mindestens 2 – 3 inhaltlich gute Artikel zu schreiben?
  • Können Sie es auch zeitlich aufbringen, zusätzlich dafür zu sorgen, dass diese Artikel im Internet bekannt werden?
  • Habe Sie die Kraft auch dann am Ball zu bleiben, wenn dabei die ersten 6 Monate noch nicht so viel dabei herum kommt?

Meine Empfehlung: kalkulieren Sie pro Woche mindestens drei bis sechs Stunden für Ihren Blog (in der Anfangszeit etwas mehr), machen Sie ihn als Unternehmer zur Chefsache und sehen Sie ihn als Teil der Außenpräsentation Ihres Betriebs. Wenn Ihre aktuellen Artikel noch nicht so viele Besucher auf die Webseite ziehen obwohl sie inhaltlich gut sind, denken Sie daran, dass diese später für viele Klicks sorgen werden. Diese Erfahrung haben gute Blogs immer wieder gemacht.

Nach so viel Ungemach möchte ich Ihnen noch einen kleinen Motivator mit auf den Weg geben. Seth Godin und Tom Peters äußern sich zum Thema bloggen (englischsprachig). Sie werden sehen, dass sich die ganze Sache trotz allem lohnt: