Google Adwords nicht einsetzen

Ich bin der Meinung, Sie sollten als Kleinunternehmer Google Adwords zu Beginn Ihrer Blogtätigkeit nicht einsetzen. Und damit stehe ich im Widerspruch zu einigen Internetmarketing Experten. Doch fangen wir ganz vorne an.

Was ist Google Adwords?

Google Adwords gibt Ihnen die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit wahnsinnig viele Besucher auf Ihre Webseite zu schleusen. Dieser Website Traffic ist darüber hinaus zu einem hohen Grad auf Ihre Zielgruppe ausgerichtet. Das klingt natürlich sehr verlockend, vor allem, da ich Ihnen erzählt habe, dass Ihre ersten Blogartikel anfangs noch nicht all zu viele Leser haben werden. Im Prinzip schalten Sie eine Anzeige bei Google, die bei einem bestimmten Keyword erscheint. Klickt ein Google Besucher auf diese Anzeige, wird er auf Ihre Webseite weitergeleitet. Sie bezahlen in diesem Fall einen bestimmten Betrag, wird die Anzeige geschaltet aber keiner klickt darauf, bezahlen Sie auch nichts.

Adwords Anzeigen

Google Ergebnisseite (Stand: 27 Dez. 2010)

Sie kennen sicherlich diese Anzeigen im oberen und rechten Bereich der Google Suchergebnisseite (Punkt 1 und 2). Hierbei handelt es sich um Google Adwords Annoncen.  

Google selbst unternimmt einiges, um kleine und mittlere Unternehmen für sein Adwords Programm zu gewinnen (z.B. blog.kennstdueinen.de, Stand: 28.12.2010). Das hängt damit zusammen, weil Google zu einem großen Teil von Adwords Einnahmen lebt und KMU für Google ein riesiger und noch wenig erschlossener (Anzeigen-) Markt darstellt.

Neben den genannten Vorteilen gibt es noch einen weiteren: Sie können Ihre Anzeige regional eingrenzen. Somit erscheint Ihre Anzeige nur, wenn bspw. ein Google Nutzer im Umkreis von 50 km zu Ihrem Unternehmen einen entsprechenden Suchbegriff eingibt. Das ist für kleine Unternehmen eine sehr interessante Funktion.

Warum rate ich Ihnen dann davon ab?

Ich habe Adwords selbst für mein damaliges Unternehmen in der Computerbranche eingesetzt, Geld investiert und so gut wie keinen Werbeerfolg damit erzielt. Das hing natürlich auch mit meiner Unerfahrenheit zusammen. Aber genau diese Unerfahrenheit haben Sie als Bloganfänger auch. 

Genau genommen ist Ihr Adwords Erfolg eine recht komplexe Angelegenheit. Ich habe die Erfolgsfaktoren der Adwords Optimierung vereinfacht schematisiert:

Adwords Erfolgsfaktoren

Zunächst sollte Ihre Anzeige wirklich gut und knapp formuliert sein. Ein langweiliger Anzeigentext, wie etwa "Wir sind Ihr Meisterbetrieb seit 1980 …" animiert heute keinen Internetnutzer mehr zum Klicken. Bereits Ihr gewählter Suchbegriff (Keyword), auf den Ihre Anzeige erscheint, muss wohlüberlegt sein. Zum einen bestimmt er die Höhe des Klickpreises und muss zu Ihrem Angebot natürlich passen. Der Preis pro Klick ist bei Google nämlich keine feste Größe, sondern von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem davon, wie viele Ihrer Mitbewerber ebenfalls dieses Keyword einsetzen. Bei bestimmten Keywords zahlen Sie 5 ct pro Klick, bei anderen vielleicht schon € 1,50 oder mehr. Die Adwords Klickpreise sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen und das ist auch die Krux im gesamten System. 

Angenommen Sie bekommen im Monat durch Adwords 1000 Besucher, im einen Fall zahlen Sie somit € 50,- für Ihre Kampagne, im anderen Fall € 1500,-. Doch das ist noch nicht alles.

Die Landing Page, also die Webseite, auf die Ihre Besucher dann gelangen, muss zu 100 % optimiert sein. Ich habe damals meine Besucher einfach auf die Homepageseite mit den Computerangeboten gelenkt. Das hätte ich mir komplett sparen können. Wer klickt schon im Internet irgendwo drauf, nur um dann Werbung lesen zu 'dürfen'? Hier muss man seinen Lesern also schon etwas besonderes bieten, irgend einen Mehrwert.

Von dem abgesehen wirkt sich die Landing Page wiederum auf den Klickpreis aus, was ich damals nicht wusste. Kommt Ihr Keyword im Text der Seite nicht vor, wird es schnell teuer! Aber gut, angenommen, Sie haben eine optimale Landing Page, eine gute Anzeige und ein geeignetes und nicht all zu teures Keyword. Was machen Sie dann mit Ihren Besuchern? Einfach nur auf Ihre Angebote aufmerksam? Das ist meist zu wenig. So verpufft Ihre Werbeaktion in der Regel. Ihre Besucher sollten an dieser Stelle konvertieren, das heißt sie sollten sich zumindest in einen Newsletter oder ähnliches eintragen können. Dann können Sie diese wenigstens noch einmal später anschreiben, ohne für Google Adwords bezahlen zu müssen (s. auch: Studie deckt Schwächen bei Google-AdWords-Werbung auf: Kleinere Unternehmen verschwenden mehr Geld als große Unternehmen, Stand: 28.12.2010). 

Alles in allem ist das also eine Menge Arbeit und Geld, die Sie für die Adwords Optimierung einsetzen müssen. Für Anfänger: komplett ungeeignet. Meine Empfehlung: Nutzen Sie Adwords zu Beginn nicht und später nur dann, wenn Sie bereits über gewisse Erfahrungen verfügen und ein konkretes Projekt pushen wollen. Kalkulieren Sie dann genau, welche Mittel Sie einsetzen möchten und welches Ergebnis Sie sich dadurch erhoffen. Sie sollten eine klare Vorstellung davon haben, wann genau der Zeitpunkt erreicht ist, an dem Sie sagen können, dass Ihre Kampagne ein Erfolg ist (Break-even). 

Den Weg, den ich zu Beginn bevorzuge, nämlich Traffic aufzubauen durch regelmäßige Blogartikel und Social Media Präsenz, mag im Vergleich dazu wesentlich langwieriger sein. Doch dafür ist er kostenlos.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.