Zeitmanagement 3

(Fortsetzung aus Zeitmanagement 2)

Gemäß der Physiologischen Leistungskurve kommen wir sozusagen morgens erst allmählich in die Gänge und erreichen gegen 10 Uhr unser Tageshoch. Danach fällt unsere Leistungsfähigkeit kontinuierlich wieder ab. Gegen 15 Uhr haben wir unser Mittagstief erreicht (weshalb ein kurzer Mittagsschlaf durchaus seinen Sinn haben kann) und Schritt für Schritt steigt unsere Energie wieder an. Unseren Vormittagswert erreichen wir allerdings nicht mehr, gegen 20 Uhr ist die zweite Leistungsspitze erreicht und danach geht es wieder kontinuierlich bergab. 

Physiologische Leistungskurve

Die Idee ist jetzt, dass man Tätigkeiten, die entscheidend für das produktive Vorankommen Ihrer Projekte sind, vorzugsweise in Zeiten legt, die mit Ihren physiologischen Leistungsspitzen einher gehen. Das ist natürlich nicht immer machbar, da äußere Umstände unseren Zeitrahmen sehr stark vorgeben können. Aber bei Tätigkeiten, bei denen Sie über den notwendigen Handlungsspielraum verfügen, sollten Sie dieses Prinzip ausnahmslos anwenden. Weiterlesen

Zeitmanagement 2

Ich habe in meinem ersten Beitrag zum Thema Zeitmanagement bereits angekündigt, dass ich diesen Bereich noch weiter verfolgen will. Grund: der Zeitfaktor dürfte einer der wichtigsten Gründe für Kleinunternehmer sein, mit dem Bloggen nicht zu beginnen.  

Hektik ohne Zeitmanagement
Foto: Benjamin Thorn  / pixelio.de

Bloggen ist interessant, profitabel und nahezu kostenlos. Doch wie bringen Sie die erforderliche Zeit dafür auf, wenn Sie bereits 12 bis 16 Stunden täglich für Ihr Unternehmen arbeiten? Diese Frage kann ich Ihnen in aller Kürze nicht beantworten. Ich bin aber davon überzeugt, dass es mit der Zeit sogar sehr gut geht, auch wenn ich Ihre konkrete Situation natürlich nicht kenne. Ich will Ihnen immer wieder einige Hinweise zum effektiven Zeitmanagement geben, setzten Sie diese um, werden Sie auch für Ihr Blogprojekt ausreichend Ressourcen finden. Weiterlesen

Google Adwords nicht einsetzen

Ich bin der Meinung, Sie sollten als Kleinunternehmer Google Adwords zu Beginn Ihrer Blogtätigkeit nicht einsetzen. Und damit stehe ich im Widerspruch zu einigen Internetmarketing Experten. Doch fangen wir ganz vorne an.

Was ist Google Adwords?

Google Adwords gibt Ihnen die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit wahnsinnig viele Besucher auf Ihre Webseite zu schleusen. Dieser Website Traffic ist darüber hinaus zu einem hohen Grad auf Ihre Zielgruppe ausgerichtet. Das klingt natürlich sehr verlockend, vor allem, da ich Ihnen erzählt habe, dass Ihre ersten Blogartikel anfangs noch nicht all zu viele Leser haben werden. Im Prinzip schalten Sie eine Anzeige bei Google, die bei einem bestimmten Keyword erscheint. Klickt ein Google Besucher auf diese Anzeige, wird er auf Ihre Webseite weitergeleitet. Sie bezahlen in diesem Fall einen bestimmten Betrag, wird die Anzeige geschaltet aber keiner klickt darauf, bezahlen Sie auch nichts.

Adwords Anzeigen

Google Ergebnisseite (Stand: 27 Dez. 2010)

Sie kennen sicherlich diese Anzeigen im oberen und rechten Bereich der Google Suchergebnisseite (Punkt 1 und 2). Hierbei handelt es sich um Google Adwords Annoncen.   Weiterlesen

Social Media für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Social Media für kleine und mittlere Unternehmen
Foto: Gerd Altmann  / pixelio.de
 
Die meisten aktiven Blogs sind heutzutage mit weiteren Web2.0 und Social Media Plattformen verbunden. Das hat einen guten Grund: Soziale Netzwerke ermöglichen ihren Teilnehmern einen regen und oft intensiven Austausch in Form von Beiträgen, Audio oder Videobotschaften. Soziale Netzwerke sind trotz mancher Kritik mit die am intensivsten genutzten Systeme im Internet überhaupt. Facebook, Twitter, Youtube, Xing, Clipfish, Delicious, Mister Wong, MySpace und viele viele mehr ziehen heute ein Milliardenpublikum an sich und lassen sich zudem wunderbar mit einem Blog verbinden. Man schätzt, dass allein in Deutschland rund 13 Millionen aktive Facebooknutzer unterwegs sind, Tendenz: stark steigend! Auch Twitter, YouTube und Co. sind äußerst beliebt. Soziale Netzwerke sind der Trend im Internet schlechthin.  Weiterlesen

In eigener Sache

Aufbruch - kleine Unternehmen bloggen
Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

Ich habe auf meiner neuen Seite Roadmap dem Fakt Rechnung getragen, dass eine Vielzahl meiner kommenden Blogbeiträge in einem größeren Zusammenhang gesehen werden können. Wenn Sie sich nicht nur für einen Einzelaspekt interessieren, sondern für die Frage, wie Sie als Kleinunternehmer erfolgreich einen Blog aufbauen können, sollten Sie sich diese Seite unbedingt durchlesen. Jetzt zu Beginn werden Ihnen natürlich noch eine Menge Informationen fehlen. Diese werden aber hier im Blog Schritt für Schritt ergänzt, so dass Sie bald das erforderliche Handwerkzeug zur Verfügung haben, um Ihr Ziel zu erreichen.

Was ist ein Blog?

Was ist ein Blog? Welche Bestandteile hat ein Blog? So allmählich wird es Zeit, kurz zu zeigen, von was wir hier eigentlich reden. Viele können sich unter einem Blog oder Weblog überhaupt nichts vorstellen. In diesem kurzen Video werden die groben Bestandteile eines WordPress Blogs skizziert und anschaulich gemacht. Die Frage 'Was ist ein Blog?' wird hier auf einer ganz einfachen Ebene beantwortet. 

Da dieses Video mein Erstlingswerk hier in diesem Blog ist, möge man mir (noch) die fehlende Professionalität verzeihen.

Zeitmanagement

Dass Sie als Selbständiger Zeit für Ihre Blogtätigkeit freischaufeln müssen habe ich bereits gezeigt. Viele von uns haben gut und gerne eine sechzig bis achtzig Stunden Woche, manche sogar mehr. Ist es wirklich notwendig, sich jetzt noch mal etwas aufzuladen und die Familie zu Hause weiter zu vernachlässigen? Zum Teil ja – wenn Sie den erhofften Erfolg möchten. Sie sollten drei bis sechs Stunden wöchentlich für Ihren Blog einplanen. Damit Ihre Freizeit nicht absolut zu kurz kommt, haben Sie nur die Möglichkeit durch entsprechendes Zeitmanagement Ihre Arbeitszeit effizienter zu gestalten. 

Ich selbst habe mich in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Zeitmanagement-Techniken beschäftigt und wende einige von ihnen bis heute erfolgreich an. Ich zeige Ihnen jetzt eine der Techniken, die alleine schon das Potential hat, Ihnen die erforderlichen drei bis sechs Stunden pro Woche zu schenken. Weitere werden noch folgen. Diese hier kann Ihnen helfen die erforderliche Zeit für Ihr Blogprojekt zu gewinnen ohne dass Sie böse Blicke von Ihrem Partner ernten. 

Ich beziehe mich auf diverse Quellen zum Thema, bspw. http://www.christianeeichenberg.de/zeitmanagement22.10.05.ppt (Stand: 11. Dez. 2010). Es ist nun für ein gutes Zeitmanagement notwendig, dass Sie Ihren Tagesablauf als Unternehmer genauer betrachten. Sie führen im Laufe des Tages unterschiedliche Tätigkeiten durch. Manche von diesen sind festgeschrieben, meinetwegen haben Sie immer montags von 8 bis 16 Uhr Präsenzdienst in Ihrem Verkaufsladen. Da dann ständig Kunden da sind, an die Sie Ihre Waren verkaufen, können Sie hier zunächst nicht viel ändern. Dann haben Sie aber auch Arbeiten, die zeitlich recht ungebunden sind, bspw. Telefonate, Geschäftstreffen, Buchhaltung, strategische Planung, usw. Vor allem hier müssen Sie ansetzen, was geändert werden kann, kann in der Regel auch optimiert werden.

Nun sollten Sie sich eine Liste zusammenstellen, wie Sie Ihren Arbeitstag in der Regel verbringen. Wenn Ihre Arbeitstage im Laufe der Woche recht unterschiedlich aussehen sind eventuell auch mehrere Tageslisten sinnvoll, z.B. sechs Tageslisten für jeden Wochentag eine. Das hört sich alles recht aufwändig an, aber glauben Sie mir, das machen Sie alles einmal und sie profitieren davon vielleicht über Jahre.

Die Liste kann dann bspw. so aussehen wie in der Grafik (die blanko Tabellen können Sie am Ende des Artikels downloaden und ausdrucken).

Tagesablauf

 

Nun gewichten Sie Ihre Tätigkeiten nach Dringlichkeit und Wichtigkeit. Einige Tätigkeiten sind dringlich. Sie haben eine Deadline. Am 17.5.2011 müssen Sie einem potentiellen Kunden Ihre Vorschläge für ein Projekt präsentieren. Die damit verbundenen Tätigkeiten sind dringlich, lassen Sie den Termin verstreichen, haben Sie danach in der Regel keine Gelegenheit mehr, den Kunden für sich zu gewinnen. Das ganze muss aber nicht zwangsläufig wichtig sein. Denn vielleicht winkt hier sowieso nur ein Auftrag, der für Sie kaum rentabel ist oder der andere Nachteile hat. Möglicherweise haben Sie gerade ohnehin mit wesentlich attraktiveren Aufträgen zu tun. Das soll nur ein Beispiel sein.

Wichtig ist, dass Sie all Ihre Tätigkeiten aus der Tagesablauf-Tabelle in die Tabelle "Quadrant der Qualität" eintragen. Sind Tätigkeiten dringlich und wichtig zugleich, kommen sie in das Feld oben links. Sind sie nur wichtig, aber nicht dringlich, kommen sie nach unten links, usw.

Quadrant der Qualität
 
Ist Ihre Tabelle fertig, arbeiten sie Ihre Tätigkeiten nacheinander ab. Und zwar beginnen sie mit denen, die wichtig und dringlich zugleich sind. Danach kommen die Tätigkeiten, die ausschließlich wichtig oder dringlich sind. Mit welchen Sie hier beginnen, müssen Sie im Einzelfall entscheiden.   
 
Und die Tätigkeiten, die weder wichtig noch dringlich sind? Diese streichen Sie ersatzlos!!! Glauben Sie mir, ich war zunächst schockiert, als ich das zum ersten Mal gelesen habe. Aber es funktioniert. Und: Sie sparen eine Menge Zeit, sind aber trotzdem mindestens ebenso produktiv. Zeit, die Sie ab heute für Ihr neues Blogprojekt verwenden können …
 
Links zum Thema Zeitmanagement
 
Download der blanko Tabellen

Klassifizierung von Blogs

Ich möchte an dieser Stelle eine Klassifizierung der Weblogs vornehmen, um einen kleinen Überblick über die Materie zu erhalten. Einen Anspruch auf Vollständigkeit liegt mir fern, vielmehr versuche ich eine grobe und handhabbare Struktur in die Materie "Blogs" zu bekommen. 
 
 
Für diejenigen, die noch überhaupt nicht wissen, was sie sich unter einem Blog vorstellen müssen, hier ganz kurz: Was ist ein Weblog? Ein Weblog/Blog ist ein Online-Journal. Sie können sich auf einer bestimmten Internetseite einloggen und dort kurze Artikel eingeben. Inhaltlich bewegen sich diese Artikel zwischen Information, Stellungnahme und persönlicher Meinung. Auf Ihrer eigentlichen Webseite werden diese Artikel dann in umgekehrter chronologischer Reihenfolge veröffentlicht, die aktuellsten erscheinen also ganz oben, die älteren dann weiter unten. So wie eben auch in diesem Blog.
 
Sprechen wir über Blogs, begegnet uns über kurz oder lang der Begriff der Blogosphäre als Ausdruck der Gesamtheit aller Weblogs und ihrer Verbindungen untereinander. Dies geschieht technisch über – vereinfacht gesagt – gegenseitige Verlinkungen, sogenannte Pingbacks und Trackbacks (auf diese Begriffe komme ich in späteren Artikeln zu sprechen) sowie dafür spezialisierter Webseiten (bspw. Technorati). Inhaltlich sind damit eine Vielzahl von Communities zu einer Gesamt-Community zusammengeschlossen. 
 
Die Beziehungen untereinander sind durchaus nicht immer unproblematisch, wollen doch die sehr bekannten und seit Jahren etablierten Blogger häufig nichts mit den zahlreichen "Häkeln- und Tokio Hotel-Blogs"  zu tun haben. Sie sollten bei Ihren ersten Schritten, Kontakt mit anderen Blogs aufzunehmen daher mit einem gewissen Feingefühl vorgehen. Wenn Sie anfangen zu Bloggen wird es Ihnen bspw. nicht gelingen, einen Linktausch (gegenseitige Verlinkung) zu initiieren mit einem Blog, der schon seit Jahren etabliert ist und 10.000 Besucher im Monat auf sich zieht. Ebenso wenig wird unauthentische Kommunikation geschätzt, die aus einer bloßen Aneinanderreihung von Werbebotschaften besteht (geeignete Bloginhalte werden später behandelt). Ein Interview zu diesem Thema mit Dr. Jan Schmidt finden Sie bei politik-digital.de (siehe: Für die Mehrzahl wird Bloggen ein Hobby bleiben, Stand 05.12.2010). 
 
Für mich ist vor allem folgende Unterscheidung für eine Klassifizierung der Weblogs maßgebend:
  1. Private Blogs, die zum Beispiel ein privates Hobby zum Gegenstand haben, wie Angeln, Klettern, Fanblogs, Stricken, Kleintierzucht, usw.
  2. Freiberuflich orientierte Blogs, weiter unterteilbar in
    1. Blogs von freiberuflich Tätigen, die ihren Blog beispielsweise für ihr Personal Branding oder zur direkten Kundenakquise nutzen
    2. Blogs von Autoren, die sich mit ihrem Blog freiberuflich betätigen und bspw. von den Werbeeinnahmen leben, die der Blog generiert.
  3. Corporate- oder Unternehmensblogs von (hier) kleinen Unternehmen, die sich mit ihrem Blog frische Marketingimpulse versprechen
  4. Blogs von nichtkommerziellen Körperschaften
Meine Artikel beziehen sich somit in der Hauptsache auf die unter Punkt 3 und Punkt 2.1 genannten Blogs.
 
Einen etwas anderen Schwerpunkt setzt die Leipziger Blogstudie 2007 (zitiert nach http://www.einfach-persoenlich.de, Stand: 5.12.2010).
 
Diese unterscheidet vor dem Hintergrund Ihrer Untersuchung folgende Blogtypen für eine Klassifizierung:
  • Corporate Blogs
  • Private Blogs
  • Journalistische Blogs
  • Medienblogs
  • Fachblogs
Interessant bei den Ergebnissen dieser Studie ist das nachgewiesene hohe Maß an Vertrauen, das Leser Blogs prinzipiell entgegenbringen. Auch Corporate Blogs genießen dann ein hohes Maß an Vertrauen, wenn es den Autoren gelingt, authentisch zu sein und wertvolle Zusatzinformationen zu bieten. 
 
Blogs - Arten
Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de
 
Zum Abschluss will ich noch einige Blogklassen aufführen, die von Wikipedia genannt werden (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Blog, Stand: 5.12.2010), weil hier die ganze Vielfalt der Blogosphäre zum Ausdruck kommt:
 
Artblogs (mit künstlerischen Themen), Berufsblogs, Blogromane (mit Romantexten), Edublogs (Themenschwerpunkt Erziehung), Fashionblogs (Design, Mode), Funblogs, Joblogs, Krimiblogs, Metablogs (Sammlungen von Beiträgen anderer Blogs, helfen der Informationsflut im Internet entgegenzuwirken), Tumblelogs (Bilder, Aufsätze und Zitate werden veröffentlicht, die dem Autor beim Surfen im Internet aufgefallen sind), Watchblogs (einzelne Unternehmen werden kritisch begleitet, meist aus Verbrauchersicht, bspw. Bildblog.de), Reiseblogs, Placeblogs (Berichte aus einzelnen Regionen, Orten, Stadtteilen, wie bspw. http://www.pottblog.de/).

Bloggen – auf die Plätze, fertig, … halt!

Die ersten Artikel sollen Sie erst einmal auf das Thema Bloggen einstimmen. Die wichtigste Frage: bringen Sie das mentale Rüstzeug mit, um überhaupt erfolgreich zu bloggen? Diese Frage ist keinesfalls herablassend gemeint und soll Sie schon gar nicht davon abhalten, mit dem Bloggen zu beginnen.

Doch ich selbst habe die Erfahrung gemacht wie es ist, wenn ich etwas mit viel Euphorie und Herzblut beginne und mich dann schnell enttäuscht sehe. Die Frage der inneren Einstellung gerade zu Beginn eines solchen Projektes ist meiner Meinung nach ausschlaggebend. Es gibt vielleicht nicht DIE richtige innere Haltung. Aber Sie sollten für sich einige Dinge vor dem Bloggen abklären. Dies ist entscheidend, obwohl Sie vielleicht am liebsten sofort loslegen möchten.

Ich finde, die Krux mit dem Bloggen liegt zu Beginn vor allem darin: ein Blogsystem ist schnell aufgesetzt. Sie nehmen sich einen passenden Webspace Provider, laden sich die Blogsoftware hoch, machen einige wenige Einstellungen und haben bereits ein fertig funktionales System. Sie sehen, dass es ein Frontend gibt, also das, was die Besucher zu sehen bekommen und ein Dashboard, in das Sie sich einloggen, in dem Sie Einstellungen anpassen und Ihre Artikel schreiben können.

Sie machen 3 oder 4 Klicks und Ihr Blogsystem erhält ein gänzlich anderes, tolles Aussehen, ohne dass der Text in irgendeiner Weise beeinträchtigt worden wäre. Ein erster Versuch zeigt, dass der integrierte Editor (wysiwyg – what you see is what you get) mindestens genau so einfach zu bedienen ist, wie Ihr gewohntes Word. Das ist prima. Sie können im Prinzip sofort anfangen. Ein tolles, abwechslungs- und kontaktreiches Leben liegt vor Ihnen, in dem Sie all das Mitteilen können, was Ihnen ohnehin schon dauernd auf der Zunge lag. Und Sie werden automatisch auf lauter Gleichgesinnte treffen, die sich mit Ihnen austauschen möchten. Das Leben kann so einfach sein!

Ich rate Ihnen: geben Sie sich diesem Rausch nicht vorbehaltlos hin! Ihre Hoffnungen und Träume sind zu wichtig, um sie vorschnell in eine Sackgasse manövrieren zu lassen. All das oben genannte werden Sie bekommen, aber bitte geben Sie sich am Anfang ein bisschen mehr Mühe und stimmen Sie sich auf einige wenige, etwas unbequeme Fragen ein.

Das Problem ist nämlich folgendes:

Besucher auf Blogs pro Tag

Quelle: http://sw-guide.de/ (Originalquelle aus http://blogscout.de/),
Stand: 1. Dez. 2010

Die Zahlen sind möglicherweise nicht repräsentativ, mögen hier aber als Beispiel genügen. In Deutschland gibt es rund 200.000 Blogs. Laut der Darstellung haben 62 % der Blogs maximal bis zu 100 Besucher am Tag. Das heißt tatsächlich haben viele sogar deutlich weniger als 100 Besucher. 14 % haben bis zu 200 Besucher am Tag, 13 % bis zu 500, usw.

Schön wäre es, wenn man tatsächlich über 1000 Besucher am Tag bekäme, aber je nach Zielsetzung wären für einen erfolgreichen Blog 200 – 500 Besucher ein erstrebenswertes und realistisches Ziel. Das schaffen aber gerade mal 24 % aller deutschen Blogs. Beispiele: Sie möchten mit Ihrem Blog zusätzliche Kunden für Ihr Offline-Geschäft bekommen. Sie brauchen … genügend Besucher (und zwar nicht irgendwelche Besucher, sondern solche, die als potentielle Kunden in Betracht kommen). Sie möchten vielleicht bestehende Kunden näher an Ihr Unternehmen binden. Auch hier benötigen Sie … genügend Besucher. Wenn Ihre Kunden den Blog nicht kennen verpufft jede Werbewirkung.

Wie bekommen Sie eine ausreichende Anzahl der richtigen Besucher? Das wird noch ausführlich behandelt. Zunächst sollte Ihnen aber klar sein, dass einiges an Arbeit auf Sie zukommt. Und natürlich benötigen Sie auch Zeit. Das ist gerade für Selbständige oft sehr hart. Ich will Ihnen hier nichts vermiesen. Im Gegenteil. Aber es nützt Ihnen nichts, wenn Sie diese Tatsache ignorieren.

Sie werden aber viel dafür bekommen. Sehr viel. Sie werden Kunden bekommen, Interessenten, Kontakte zu Gleichgesinnten. Und wenn Sie die ersten Monate einer Durststrecke überwunden haben, werden Sie sehen, dass es sich gelohnt hat. Wenn Sie ein kleines Unternehmen besitzen werden Sie eine Werbemöglichkeit finden, die Ihnen zwar einiges an Arbeit abverlangt aber so gut wie nichts kostet. Und Sie werden nicht zuletzt sehr viel Spaß haben. Sind Sie dazu bereit?

  • Haben Sie genug Ausdauer, wöchentlich mindestens 2 – 3 inhaltlich gute Artikel zu schreiben?
  • Können Sie es auch zeitlich aufbringen, zusätzlich dafür zu sorgen, dass diese Artikel im Internet bekannt werden?
  • Habe Sie die Kraft auch dann am Ball zu bleiben, wenn dabei die ersten 6 Monate noch nicht so viel dabei herum kommt?

Meine Empfehlung: kalkulieren Sie pro Woche mindestens drei bis sechs Stunden für Ihren Blog (in der Anfangszeit etwas mehr), machen Sie ihn als Unternehmer zur Chefsache und sehen Sie ihn als Teil der Außenpräsentation Ihres Betriebs. Wenn Ihre aktuellen Artikel noch nicht so viele Besucher auf die Webseite ziehen obwohl sie inhaltlich gut sind, denken Sie daran, dass diese später für viele Klicks sorgen werden. Diese Erfahrung haben gute Blogs immer wieder gemacht.

Nach so viel Ungemach möchte ich Ihnen noch einen kleinen Motivator mit auf den Weg geben. Seth Godin und Tom Peters äußern sich zum Thema bloggen (englischsprachig). Sie werden sehen, dass sich die ganze Sache trotz allem lohnt:

Blog erstellen

Bei mir hat es ganz bescheiden angefangen. Ich war Mitinhaber einer kleinen Computerwerkstatt und als Selbständiger ist man irgendwie immer auf der Suche nach neuen Aufträgen und kostengünstigen Werbemöglichkeiten. Eine wöchentliche Zeitungsanzeige brachte uns damals bis zu  zehn Kunden, sie kostete aber bereits so viel, wie wir durch fünf Kunden einnehmen konnten. Das reichte gerade so, um unsere Kosten zu decken, mehr aber auch nicht.
 
Also nahm ich die Idee aus einem kleinen Ratgeber auf und stellte unsere Firmenwebseite zu einem Weblog um. Ein Weblog oder kurz Blog kann für kleine Unternehmen und Freiberufler enorme Zugkraft bei der Kundenakquise entwickeln, man sollte aber den damit verbundenen Arbeitsaufwand auch nicht unterschätzen. Der Erfolg beim Blog erstellen war zunächst eher technischer Natur. Wollten wir neue Inhalte auf der alten Webseite veröffentlichen, konnten dabei auch schon mal gut und gerne eineinhalb Stunden vergehen. Ich musste ständig darauf achten, dass meine Textergänzungen nicht das Layout der Webseite zerhauen. Zugegeben war der Arbeitsplatz dafür auch nicht optimal eingerichtet, aber eineinhalb Stunden, das ist für einen Selbständigen eigentlich eine Katastrophe.
 
Mit WordPress, das ist die Software, die wir zum Blog erstellen eingesetzt hatten, war ein neuer Artikel in vielleicht zehn Minuten veröffentlicht. Ich war gelinde gesagt begeistert! Ich konnte mich einfach im Web auf einer Seite anmelden, legte einen neuen Artikel an und tippte darauf los, ohne mich großartig um Layout oder sonst irgendetwas kümmern zu müssen. Dann kamen die ersten Kommentare von Kunden unterhalb des Artikels und es entstanden – wenn auch im bescheidenen Rahmen – erste Diskussionen und Dialoge. So langsam begann ich zu ahnen, welche Möglichkeiten einem das Web 2.0  bieten kann …
 
Leider blieb damals der erhoffte Push auf unsere Umsatzzahlen größtenteils noch aus. Das hatte, wie ich heute weiß, mehrere Gründe. Mangelnde Stetigkeit und Geduld, das fehlende Wissen, wie Bekanntheit im Internet erreicht werden kann, zählen dazu. Ich nenne ein Beispiel: ich habe mir sehr viel Mühe gemacht und entsprechend Zeit investiert um die ersten fünf Artikel zu schreiben. Als ich dann sah, dass gerade einmal knappe zehn Besucher auf der Webseite waren, hat mich das damals unheimlich demotiviert mit gleichem Engagement weiter zu machen. Ein großer Fehler beim Blog erstellen, wie mir heute klar ist.
 
Tatsache ist, für die meisten von uns macht es relativ wenig Sinn, mit sehr viel Liebe und Mühe Artikel zu einem bestimmten Thema zu schreiben, wenn diese hinterher von fast keinem gelesen werden. Doch man kann einiges dafür tun, um im Internet seine Leser zu finden. Diese Erfahrung habe ich dann später in meinem privaten Blog gemacht. Irgendwann kommt ein Punkt, da spricht es sich fast wie von alleine herum, dass auf einer bestimmten Webseite sehr gute Inhalte zu finden sind. Haben Sie erst einmal viele regelmäßige Leser, die zu Ihren potentiellen Kunden gehören, so haben Sie alle Möglichkeiten, diese für Ihre Produkte zu gewinnen.
 
Ich möchte Sie gerne ein Stück weit hin zu Ihrem eigenen Blog begleiten und Ihnen dabei helfen, typische Anfängerfehler und – was oft noch wichtiger ist – falsche Einschätzungen gerade während der Anfangszeit zu vermeiden. Einen Blog, verknüpft mit Elementen der Social Media- und Web2.0-Sphäre, bietet das Potential viele Interessenten auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen (siehe auch: Handwerker suchen Fans für Facebook, Handwerksblatt.de, Stand: 28. November 2010). Facebook, Twitter, YouTube oder Xing sind heute in aller Munde.
 
Einen Blog zu erstellen kann etwas Wunderbares sein, ganz gleich ob Sie ihn gewerblich nutzen wollen, ob Sie einfach über Ihr Hobby berichten, ob Sie ein politisches oder soziales Anliegen bekannt machen wollen oder ob Sie nach neuen beruflichen Perspektiven Ausschau halten. Ich möchte mich hier auf Blogs für kleine und mittlere Unternehmen im Endkundensegment konzentrieren, weil mir das Thema nahe liegt. Insbesondere die kleinen Unternehmen unter zehn Mitarbeiter und Freiberufler haben in der Regel nicht das Werbebudget, um angemessen auf sich Aufmerksam zu machen.
 
Ich bin davon überzeugt, dass wir Menschen ein natürliches Bedürfnis haben, uns mitzuteilen. Heute sind wir vielleicht zum ersten Mal nicht mehr auf zentral dominierte Medien mit ihren oft üppigen Anzeigenpreisen angewiesen. Heute können wir unseren eigenen Blog erstellen.